Kieferorthopädie

SCHNARCHEN


Schnarchen: "Endlich kann ich wieder gut schlafen"

Das Aufstehen fällt Frau M. immer häufiger sehr schwer. Morgens ist sie wie gerädert, fühlt sich den ganzen Tag schlapp. "Besonders bei der Arbeit fiel mir auf, dass ich sehr schnell unkonzentriert wurde. Über Jahre wurde die Müdigkeit immer heftiger.

Diese Dauer-Schläfrigkeit kann sie sich nicht erklären. Sie fährt viel Rad, arbeitet fast jedem Tag in ihrem Garten, isst viel Gemüse. Trotzdem muss sie sich jeden Tag im Büro zusammenreißen, damit sie nicht einschläft. Sie geht zum Hausarzt. Der untersucht sie gründlich, aber Blutdruck, Eisen-Versorgung, Schilddrüse - alles in Ordnung.

2003 lernt Frau M. ihren Freund kennen. Nach kurzer Zeit weckt er sie nachts, sagt ihr, dass sie schnarcht. Und ihm fällt auf, dass sie Atem-Aussetzer hat. Das hat Frau M. selber nie gemerkt. Ihr Freund ist besorgt, weckt sie mehrfach nachts. Danach atmet sie ruhig weiter, bis sie wieder schnarcht und ihr Atem manchmal wieder aussetzt. Frau M. geht zu einem Lungen-Facharzt. Die Lunge ist in Ordnung. Der Schlaf soll allerdings überwacht werden. Dazu trägt sie drei Nächte lang ein telefonhörergroßes Screening-Gerät, das über einen dünnen Kunststoffschlauch ihre Nasenatmung aufzeichnet. Ergebnis: Frau M. hat pro Stunde 5 bis 15 Atem-Aussetzer (Apnoe), die bis zu 40 Sekunden dauern. Dabei bekommt das Gehirn zu wenig Sauerstoff. Auf Dauer kann das den Blutdruck erhöhen, Herzrhythmus-Störungen oder sogar einen Schlaganfall auslösen. Der Arzt überweist Frau M. zum Kieferorthopäden.

Der Zahnarzt empfiehlt Frau M. eine sogenannte Unterkiefer-Protrusions-Schiene, eine Art Anti-Schnarch-Zahnschiene. Zunächst werden einige Voruntersuchungen vorgenommen. Sind die Kiefergelenke beweglich genug? Kann der Mund weit genug geöffnet werden? Lässt sich der Unterkiefer mindestens 6 mm vorschieben? Müssen noch Zähne behandelt werden? Alles ist in Ordnung. Der Zahnarzt macht Gebiss-Abdrücke, nach denen die zweiteilige Schiene im Dentallabor hergestellt wird. Als sie fertig ist, passte der Zahnarzt die Schiene ein. Ihr Unterkiefer wird durch die Schiene leicht vorgeschoben. Dadurch vergrößert sich der Rachenraum um 25%. Und die Schiene stabilisiert im Schlaf die Zunge und das Gaumensegel. So bleibt der Atemweg seitlich geöffnet, Luft kann ungehindert in die Lunge strömen.

Frau M. trägt die Schiene jede Nacht. Sie gewöhnt sich schnell daran, spürt bald keine Spannungen, kein Drücken mehr. Der Erfolg: das Schnarchen und die Atemaussetzer sind verschwunden. Frau M.: "Ich habe jetzt einen tiefen Schlaf, komme morgens gut aus dem Bett und habe tagsüber überhaupt keine Probleme mehr."

Stichworte: Schlafapnoe

Erfolgsquote über 90% Bei der Behandlung mit Unterkiefer-Protrusions-Schienen liegt die Erfolgsquote bei 90Prozent. Gute Schienen kosten zwischen 800 und 1000 Euro. Sie halten je nach Beanspruchung zwei bis sechs Jahre. Gesetzliche Kassen bezahlen diese Schienen nur nach Einzelfallentscheidung.

Mehr Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin e.V.
Telefon: 030 28449930
Internet: www.dgzs.de

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