Implantate

KNOCHENAUFBAU (Knochenaugmentation)


Membrantechnik

Fehlen kleinere Knochenstücke, so z.B. nur die innere oder äußere Knochenwand (z.B. als Folge einer Entzündung), kann der Defekt relativ einfach durch synthetische oder eigene Knochensubstanz "abgedeckt" werden.

Das freiliegende Gewindestück wird dann mit Knochensubstanz beschichtet und mit einer sog. "Membran" abgedeckt. Das Zahnfleisch wird darüber vernäht und es bildet sich eine neue Knochenschicht (GTR=Guided Tissue Regeneration).

Wird Knochensubstanz benötigt, kann oftmals aus der direkten Umgebung des Operationsgebietes Knochen verpflanzt werden. Ansonsten stehen mehrere Areale im Kiefer dafür zur Verfügung, an denen risikoarm Knochensubstanz entnommen werden kann. Diese Maßnahme ist unter lokaler Betäubung möglich.

Werden große Mengen Knochenzubstanz benötigt, kann aus anderen Regionen (Beckenkamm, Rippen) Knochen entnommen werden. Derartige Behandlungen sollten i.d.R. stationär in einer Klinik erfolgen. Sogenannter "Goldstandard" ist die Verwendung eigener Knochensubstanz. Diese steht aber nicht immer ausreichend zur Verfügung. Es kommen dann synthetische Knochenaufbaumaterialien zum Einsatz. Vollsynthetische anorganische Materialien haben den Vorteil, keine Proteinreste zu enthalten. Damit sind Infektionen durch das Material ausgeschlossen.

Knochenaufbaumaterial, das z.B. aus aufbereiteten Rinderknochen hergestellt wird, verwenden wir nicht.

Sinuslift

Als Sinuslift wird eine seit 30 Jahren etablierte Methode des Knochenaufbaues im Oberkiefer-Seitenzahnbereich bezeichnet. Nach Verlust der großen Backenzähne kommt es oft zu einem erheblichen Knochenabbau. Wenn im Oberkiefer-Seitenzahnbereich Knochensubstanz fehlt, kann eigener oder synthetischer Knochen unter die Schleimhaut der Kieferhöhle (Sinus Maxillaris) eingepflanzt werden. Es kommt dann zur Ausbildung einer dicken Knochenschicht, die zur Aufnahme von Implantaten geeignet ist.

Die Sinuslift-OP kann als separater Eingriff vor der Implantation durchgeführt werden. Die Implantate werden dann erst nach der Neubildung des Knochens eingesetzt. Ist genug Knochen vorhanden, damit die Implantate gleich fest sitzen, kann auch simultan der Sinuslift und die Implantation erfolgen. Die Belastung der Implantate erfolgt dann erst, wenn die Knochenneubildung erfolgt ist. Der Eingriff kann problemlos unter örtlicher Betäubung erfolgen.

Distraktion

Die sog. Distraktionstechnik stammt aus der Orthopädie (Ilizarov, 1971) und wird z.B. zur Verlängerung ungleicher Gliedmaßen angewandt. In der Zahnmedizin ist diese Technik interessant, wenn die zur Verfügung stehende Knochendicke nicht zur Verankerung eines Implantates ausreicht. Es kann dann durch den Einbau eines sog. Distraktors eine Verbreiterung der Knochenschicht erfolgen, ohne dass fremdes Knochenmaterial eingesetzt werden muss. Insofern sind Infektionsrisiken ausgeschlossen, da es sich um neu gebildeten eigenen Knochen handelt. Insbesondere im stark abgebauten Unterkiefer kann diese Technik sehr nützlich sein.

Der Vorgang dauert ca. 4 Monate. Danach steht eine ideale Ausgangssituation für das Einsetzen von Implantaten zur Verfügung. Der Eingriff erfolgt in Narkose oder Dämmerschlaf (Sedierung) ambulant. Ob die Distraktion bei Ihnen sinnvoll ist, klären wir in einem persönlichen Gespräch mit Ihnne ab.


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