Allgemeine Infos

MATERIALIEN - VERTRÄGLICHKEIT


Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Die Materialeigenschaften des Füllmaterials selbst und des ggf. eingesetzten Befestigungsmaterials entscheiden über die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen. Nebenwirkungen werden durch Bestandteile ausgelöst, die im Speichel oder Blut in Lösung gehen und verschiedene Reaktionen auslösen können. Reizungen, Allergien und Beeinträchtigungen des Organismus durch Füllungsbestandteile, die vom Körper aufgenommen und in Gewebe eingelagert werden.

Je lösungsstabiler ein Material ist, desto weniger ist mit Nebenwirkungen zu rechnen. Edelmetalle und Werkstoffe wie Titan gelten in dieser Hinsicht als besonders verträglich. Gleiches gilt für Keramik, die weitgehend lösungsstabil ist.

Die verwandten Befestigungsmaterialien können ebenfalls Nebenwirkungen auslösen. Hier kommen anorganische Substanzen (Phosphatzemente) oder organische Substanzen (Kunststoffe) zum Einsatz. In manchen Fällen lösen diese Substanzen bereits in winzigen Dosen Probleme aus und müssen ausgetauscht werden. Bei vorgelasteten Patienten empfiehlt sich eine vorhergehende Testung durch den Allergologen.

Melisa-Test

Test zur Diagnose einer Metallsensibilisierung.

Was ist eine Metallsensibilisierung?

Bei chronischem Kontakt der Haut mit Metallen wie Nickel, Gold, Palladium, Quecksilber u.a. reagieren disponierte Personen mit einer sog. Allergie vom verzögerten Typ (Typ-IV-Allergie). Diese zeigt sich z.B. als sog. Kontaktekzem nach 24-72 Stunden. Im Gegensatz zur Typ-I-Allergie durch IgE-Antikörper wird diese Form der Allergie durch T-Lymphozyten, die durch einen früheren Metallkontakt sensibilisiert wurden (memory lymphocytes), vermittelt. Nach erneutem Kontakt mit dem Allergen reagieren die sensibilisierten Lymphozyten mit einer Lymphoblasttransformation gefolgt von der Zellteilung (Proliferation). Die neugebildeten Zellen (Effektor-zellen) zusammen mit den von ihnen sezernierten Zytokinen lösen die Typ-IV-Allergie aus (siehe Testprinzip).

Welche Beschwerden löst eine Metallallergie aus?

Das klassische Symptom ist das Kontaktekzem. Darüber hinaus werden Metallsensibilisierungen als Auslöser von Multipler Sklerose, Amyotropher Lateralsklerose, Chronic Fatique Syndrome (CSF), Fibromyalgie, Multiple Chemical Sensitivity (MCS) und Autismus diskutiert. Bei CSF und MCS stehen zahlreiche uncharakteristische Beschwerden (sog. Befindlichkeitsstörungen) im Vorder-grund.

Welche Metalle sensibilisieren?

Nickel, Titan, Cadmium, Gold, Palladium, Blei, Beryllium, Quecksilber-Chlorid, Zinn, Phenyl-Quecksilber, Zirkonium (nach der Häufigkeit geordnet).

In welchen Gebrauchsartikeln des täglichen Lebens und in welchen Medizinprodukten findet man solche sensibilisierenden Metalle?

Schmuck, Dentallegierungen, Kosmetika, Gelenkendoprothesen aus Metall, Zahnimplantate, Stents zur Gefäßerweiterung, Münzen (nickelhaltiger Euro) u.a.

Gibt es bestimmte Berufe mit erhöhtem Risiko für eine Metallsensibilisierung?

Bauberufe (Maurer, Fliesenleger, Betonarbeiter): Chrom, Cobald; Bergleute: Chrom, Cobald; Elektriker, Fotografen: Chrom; Flugzeugbauer: Beryllium; Friseure, Kosmetiker: Nickel, Titan; Galvaniseure: Nickel, Chrom, Cobald, Quecksilber; Gummiindustrie: Chrom, Cobald; Hausangestellte: Nickel; Holz- und Papierindustrie: Chrom; Kürschner, Schuhmacher: Chrom; Maler: Chrom, Cobald; Textilindustrie, Zahnärzte, Zahntechniker: Nickel, Quecksilber.

In welchen medizinischen Fachgebieten spielt die Metall-sensibilisierung eine Rolle?

Allgemeinmedizin, Allergologie, Chirurgie, Dermatologie, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Naturheilkunde, Orthopädie, Umweltmedizin, Zahnmedizin.

Wie kann eine mögliche Metall-sensibilisierung diagnostiziert werden?

Mit einem Hauttest (Epicutantest) oder zuverlässiger mit dem Melisa-Test (Memory Lymphocyte Immuno-stimulation Assay).

Welches Untersuchungsmaterial wird benötigt?

20 ml Blut pro Profil (je 10 Metalle werden getestet). Bei Kindern reicht ggf. weniger Blut.

Wie lange dauert die Testdurchführung?

Im Testlabor ca. 1 Woche; Befund liegt binnen 14 Tagen vor..

Ist eine kostengünstige Stufendiagnostik bei Verdacht auf Metallsensibilisierung möglich?

Ja. Es wird zunächst ein Basis-Profil (die 10 Metalle, gegen die eine Allergie am häufigsten gefunden wird) getestet: Beryllium, Blei, Cadmium, Gold, Nickel, Palladium, Phenyl-Quecksilber, Quecksilber-Chlorid, Titan, Zinn. Kosten ca. 300 Euro. Ein Ergänzungs-Profil (falls Basis-Profil negativ) und ein spezielles Goldlegierungs-Profil können zusätzlich durchgeführt werden.

Ist der Melisa-Test medizinisch validiert, d.h. wurde untersucht, ob die Ergebnisse des Melisa-Tests mit anderen Hinweisen (Hautsymptome, Hauttest) über-einstimmen?

Ja, bei der Etablierung der Methode und in Folgestudien.

Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Ist möglich; muss aber vorher schriftlich geklärt werden (Basis-Profil).

Welche Konsequenzen hat ein positiver Befund für mich?

Gezielte Vermeidung des Allergens bzw. Eliminierung des Allergens aus dem Körper kann zu einer Reduzierung der Metall-Allergie-Symptomatik führen.

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