Allgemeine Infos

MATERIALIEN - ZAHNERSATZ


Die Anfertigung von Zahnersatz hat eine lange Geschichte.

Schon die Etrusker fertigten Brückenzahnersatz an. Das Gebiss des ersten Präsidenten der USA, George Washington, wurde aus Elfenbein geschnitzt und kann heute im Museum besichtigt werden. Später wurden Prothesen aus Kautschuk und Porzellanzähnen hergestellt, die beim Sprechen jedoch tüchtig klapperten.

Heute stehen zahlreiche moderne Materialien für die Herstellung von Zahnersatz zur Verfügung. Es sind aber auch verschiedene umstrittene - meist kostengünstigere - Materialien in Gebrauch, die deshalb hier erwähnt werden, auch wenn wir sie nicht selbst verarbeiten.

Gold-Platin-Legierungen

sind langjährig bewährt für die Herstellung von Kronen, Brücken und Inlays. Reines Gold ist zu weich, daher werden ausschließlich Legierungen verwendet, die bessere mechanische Eigenschaften haben. Diese Legierungen lassen sich im Labor sehr gut verarbeiten und mit einer hochwertigen Politur versehen. Goldlegierungen weisen eine bakteriostatische Oberfläche auf, d.h. Bakterien siedeln sich auf diesen Oberflächen weniger an. Die Legierungen sind sehr korrosionsfest, daher ist die Bioverträglichkeit sehr gut. Durch eine zahnfarbene Verblendung aus Keramik oder Kunststoff kann ein natürliches Aussehen erzielt werden.

Titan ist ein high-tech-Werkstoff in der Zahntechnik,

da dieses Material neben hervorragender Bioverträglichkeit hohe Anforderungen an die Ausstattung des Labores und das Know-How der Zahntechniker stellt. Titan hat einen sehr hohen Schmelzpunkt von ca. 1650 Grad Celsius und kann nur unter einer Schutzgasatmosphäre verarbeitet werden. Die Besonderheit an Titan ist die Tatsache, das es sich nicht um eine Legierung handelt und extrem korrosionsstabil ist. Dadurch wird die besonders gute Verträglichkeit bedingt. Bei Patienten, die sonst auf Dentalmetalle reagieren, kann Titan die Problemlösung darstellen. Zahnimplantate bestehen ebenfalls aus reinem Titan.

CoCrMd-Legierungen (Kobald-Chrom-Molybdän)

werden zur Herstellung von Teilprothesenplatten und -bügeln sowie Halteklammern verwendet. Dieses Material ist extrem hart und bruchfest. Die Verträglichkeit ist gut, obwohl es sich nicht um Edelmetall handelt.

Palladiumlegierungen

werden als etwas kostengünstigere Alternative zu Goldlegierungen verwendet. Der Preis liegt ca. 20% unter dem entsprechender Goldlegierungen. Nachteil ist der hohe Gehalt an Palladium, das weniger biokompatibel gilt. Palladiumlegierungen verwenden wir nicht!

NEM-Legierungen

sind Nichtedelmetall-Legierungen, die als besonders preisgünstige Alternative angeboten werden. Diese Metalle sind weniger korrosionsstabil und biokompatibel. Die sehr harte Oberfläche passt sich den Gegenzähnen nicht gut an. Die Metallbezuschussung gesetzlicher Krankenkassen basiert auf den Kosten von NEM-Legierungen (5-10 € pro Zahn). Bei Verwendung anderer Metalle müssen gesetzlich versicherte Patienten die (Mehr)-kosten zuzahlen.

Keramiken werden für die zahnfarbene Verblendung der Kronen verwendet.

Keramik ist ein weitgehend inertes Material, d.h. es geht so wie nicht in Lösung. Keramik ist daher ein besonders bioverträgliches und haltbares Material.

Cercon-Spezialkeramik ist ein Keramikmaterial (Space-Shuttle-Hitzeschild),

aus dem auch komplette Kronen und Brücken hergestellt werden können. Dieses Material ist extrem bruchfest und hat nahezu die Belastbarkeit von Metall. Bisher war es nicht möglich, Brückenkörper aus Keramik herzustellen, da diese leicht zerbrachen. Mit Cercon können nunmehr völlig metallfreie Kronen und Brücken mit hervorragender Ästhetik hergestellt werden.

Kunststoffe

für die Herstellung von Prothesenzähnen und die anderen Kunststoffteile eines Zahnersatzes sind überwiegend Acrylate (Plexiglas), da diese sich zahntechnisch gut verarbeiten lassen und eine gute Verträglichkeit aufweisen. Hochverdichtete Kunststoffschalen sind heute optisch nicht von Keramik zu unterscheiden und haben z.B. im Zusammenhang mit Implantatplanungen den Vorteil, eine gewisse Schockabsorption zu ermöglichen, die Implantate entlastet.

MATERIALIEN - KIEFERORTHOPÄDIE


Kieferorthopädische Behandlungsgeräte bestehen aus Kunststoffen und Metallteilen.

Der Kunststoff,

aus dem z.B. Zahnspangen hergestellt werden, ist Acrylat (Plexiglas). Acrylate sind sehr gewebefreundliche Kunststoffe, die sich zudem auch technisch gut verarbeiten lassen. Nach dem Erhärten des Materials, der Polymerisation, bleiben manchmal noch Reste des Ausgangsmaterials im Kunststoff. Diese "Restmonomere" können bei darauf empfindlichen Patienten zu Reizungen und Allergien führen.

Die Schrauben und Federn an Zahnspangen

bestehen i.d.R. aus nickelhaltigem Stahl. Eine Nickelallergie kann daher die Auswahl anderer Werkstoffe erforderlich machen. Symptom einer Nickelreaktion sind meist gerötete und geschwollene Schleimhautareale sowie Metallgeschmack. Besteht eine Allergie gegen Nickel oder wird dies vermutet, sollte auf nickelfreie Komponenten ausgewichen werden. Diese müssen meist individuell bestellt werden, da es verschiedene Systeme gibt.

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